Kompetent von Anfang an

Die neue Säuglings- und Beziehungsforschung zeigt uns, dass folgende Kompetenzen dem Neugeborenen angeboren sind:

  • Kinder werden als soziale Wesen geboren. Sie haben also die Fähigkeit und den Drang interpersonale Beziehungen einzugehen.
  • Die Reaktionen der Kinder sind immer sinnvoll. Das bezieht sich auf die Fähigkeit des Kindes zur Intersubjektivität, also auf die Fähigkeit zur Einstimmung auf die Stimmung der Erwachsenen: dessen Signale zu verstehen, zu verarbeiten und rational sinnvoll darauf zu reagieren.
  • Kinder können persönliche Verantwortung übernehmen. Kinder können von Anfang an Verantwortung für ihre Person in einfachen Bereichen übernehmen und diese Verantwortungskompetenz entwickelt sich im Vorschulalter sehr schnell.
  • Das Kind fühlt sich in der Subjekt – Subjekt – Beziehung am wohlsten und entwickelt sich dort am besten; also in einer Beziehung, in der das Kind als selbständiges Subjekt (Person) begriffen und behandelt wird, das von Anfang an in seinen Beziehungen aktiv mitwirken kann.

( nach Jesper Juul, Helle Jensen in "Vom Gehorsam zur Verantwortung")  

Für unseren Alltag in der "Glücksfabrik" sagt uns das:
  • Schon sehr kleine Kinder orientieren sich an Gruppen und Bedürfnissen anderer.
  • Wir sind mit den Kindern auf Augenhöhe. Gefühle, Gedanken und Reaktionen der Kinder nehmen wir genauso ernst wie die eigenen.
  • Die kindlichen Bedürfnisse nehem wir wahr und akzeptieren sie, wir stimmen unser eigenes Verhalten darauf ab, ohne dabei die Führung abzugeben.
  • Wir entwickeln uns zusammen mit den Kindern weiter.

„Wir haben ein Bildungssystem entwickelt, das den Kindern immer mehr Lernstoff anbietet. Aber in zu vielen Elternhäusern, Kindergärten und Schulen finden unsere Kinder noch immer viel zu wenig von dem, was sie brauchen, um sich all dieses Wissen auch wirklich anzueignen: Liebevolle Ermutigung es zu entdecken.“(Gerald Hüther, Jirina Prekop in "Auf Schatzsuche bei unseren Kindern")